Talking about…Cruelty Free

Talking about…Cruelty Free
Foto: Lucy M/Unsplash

Tierversuche sind ein klares No-Go in der Kosmetik. Doch ganz so einfach ist die Sache leider nicht. Eine kleine Aufklärung

Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff cruelty free frei von Grausamkeiten und steht in der Kosmetik für Produkte ohne Tierversuche. Weil hinter dem Begriff aber keine einheitliche Definition oder gesetzliche Regelung steckt und man anhand der INCI-Liste nicht erkennen kann, ob einzelne Inhaltsstoffe oder die Gesamtformulierung an Tieren getestet wurden, gibt es inzwischen einige Siegel wie zum Beispiel den „Leaping Bunny“ oder das Logo mit dem Schriftzug „PETA Approved Global Animal Test Policy“, mit denen man Cruelty-free-Beauty schneller erkennen kann. „Produkte und Firmen mit unserem Logo, haben uns schriftlich zugesichert, dass sie Tierversuche durchführen und diese auch nicht in Auftrag geben oder in Kauf nehmen – das stellen sie auch für Inhaltsstoffe von etwaigen Zulieferern sicher“, erklärt Anne Meinert, Fachreferentin im Bereich Tierversuche bei Peta.

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Der Begriff vegan schließt Tierversuche übrigens nicht unbedingt aus. Er bezieht sich lediglich auf die Herkunft der Inhaltsstoffe. Wie die Tierversuche konkret aussehen, mag man sich gar nicht vorstellen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie nicht mehr notwendig sind um die Sicherheit und Wirksamkeit von Skincare und Make-up zu gewährleisten, wie uns Anne Meinert erzählt: „Es gibt eine internationale Studie die Ergebnisse von LD50-Tests für insgesamt 50 Chemikalien betrachtet und zeigt, dass Toxizität beim Menschen nur mit einer Genauigkeit von 65 Prozent ermittelt wurde. Tierfreie Methoden hingegen, die mit menschlichen Zellen durchgeführt wurden, zeigten eine Genauigkeit von 75 bis 80 Prozent.“ In der EU sowie in Ländern wie Großbritannien, Australien, Indien, Israel, Neuseeland, Norwegen, der Schweiz und Türkei sind Tierversuche inzwischen verboten. In den USA wiederum nicht und in China sind sie sogar vorgeschrieben. Außerdem gibt es Schlupflöcher, die von manchen Firmen genutzt werden. Zum einen gilt das Verbot in der Europäischen Union erst seit 2013 und betrifft somit auch nur Produkte, die danach auf den Markt kamen. Und lautet die Aussage etwa, dass ein Produkt nicht an Tieren getestet wurde, gilt das nicht unbedingt für einzelne Inhaltsstoffe. Denn handelt es sich um einen Wirkstoff, der auch in Medikamenten oder Waschmittel eingesetzt wird, fällt er unter das Chemikaliengesetz und darf an Tieren getestet werden.
Doch der Druck auf die Kosmetikindustrie wächst. Die Mehrheit der Konsumenten möchte, dass umfassend auf Tierversuche verzichtet wird. Und das mit Erfolg. Sogar in China gibt es deshalb aktuell Bestrebungen, entsprechende Gesetze zu kippen.